Gesundheitswesen · NRW & bundesweit

Datenschutz-Ratgeber · Gesundheitswesen

Klare Antworten.
Für Ihren Praxisalltag.

Patientendaten versenden, Angehörigen Auskunft geben, KI einführen: Hier finden Praxen, MVZ und Gesundheitseinrichtungen verständliche Orientierung und konkrete nächste Schritte.

Ihr Thema finden

Was beschäftigt Ihre Einrichtung?

15 Ratgeber für Ihren Praxisalltag

Aufbewahrung & Löschung

Aufbewahrungsfristen für Patientenakten

Zehn Jahre sind die bekannte Zahl — aber längst nicht die einzige. Für Röntgenaufzeichnungen, Transfusionen und Arbeitsmedizin gelten eigene, teils erheblich längere Fristen. Diese Übersicht sortiert sie.

Ihr Datenschutz-Beratungsangebot

Aus einer offenen Frage
wird ein geregelter Ablauf.

Ein Ratgeber gibt Orientierung. Gemeinsam übertragen wir die Anforderungen auf Ihre Einrichtung: auf Ihr Team, Ihre Software und Ihre tatsächlichen Datenwege.

  • Situation prüfen & Prioritäten festlegen

    Bestandsaufnahme Ihrer Abläufe, Unterlagen und Dienstleister. Sie erhalten nachvollziehbare nächste Schritte.

  • Umsetzung begleiten & Nachweise ordnen

    Unterstützung bei Verarbeitungsverzeichnis, Dienstleisterprüfung, Patienteninformationen und internen Regeln – im vereinbarten Umfang.

  • Team schulen & laufend beraten

    Schulungen anhand konkreter Praxisfälle und persönliche Begleitung als externer Datenschutzbeauftragter.

Pflicht · Praxis · Nachweis

DSGVO-Basiswissen für Praxen: die Pflichten im Klartext

Der Verordnungstext ist öffentlich — nur hilft er im Praxisalltag wenig. Hier steht neben jeder Pflicht, was sie konkret bedeutet, woran sie in Praxen scheitert und welchen Nachweis Sie danach in der Hand haben.

Art. 5 Abs. 2

Rechenschaftspflicht

Die Einrichtung muss die Einhaltung der Datenschutzgrundsätze nachweisen können. Das ist eine Organisationspflicht und keine pauschale Umkehr straf- oder bußgeldrechtlicher Beweisregeln.

Fehlende oder überholte Unterlagen erschweren den Nachweis tatsächlich gelebter Schutzmaßnahmen.

Dokumentenmappe, die jede Maßnahme mit Datum, Verantwortlichem und Stand belegt.

Art. 9

Besondere Kategorien personenbezogener Daten

Gesundheitsdaten gehören zu den besonders geschützten Daten nach Art. 9 DSGVO. Daneben verarbeitet eine Praxis auch andere personenbezogene Daten, etwa ihrer Beschäftigten oder Lieferanten.

Für Patientendaten sind Datenschutzrecht und ärztliche Schweigepflicht nach § 203 StGB gemeinsam zu beachten.

Rechtsgrundlagen je Verarbeitung, abgestimmt auf Heilberuf und Schweigepflicht.

Art. 30

Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten

Eine Liste aller Stellen, an denen Patientendaten entstehen, liegen oder weitergehen — PVS, Terminportal, Labor, Abrechnung, Recall, Praxis-WLAN.

Fehlen Verarbeitungstätigkeiten oder aktuelle Dienstleister, bildet das Verzeichnis die tatsächlichen Abläufe nicht vollständig ab.

Vollständiges Verarbeitungsverzeichnis, gepflegt und jederzeit vorzeigbar.

Art. 28

Auftragsverarbeiter

Verarbeitet ein Dienstleister Daten im Auftrag und nach Weisung, ist eine Vereinbarung nach Art. 28 DSGVO erforderlich. Eigenständig verantwortliche Empfänger sind davon zu unterscheiden.

IT-Wartung, Aktenvernichtung, Terminservice und Cloud sind auf Rolle, Datenzugriffe, Schutzmaßnahmen und vertragliche Regelungen zu prüfen.

Geprüfte Auftragsverarbeitungsverträge mit Übersicht, wer was noch offen hat.

Art. 32

Sicherheit der Verarbeitung

Technischer und organisatorischer Schutz: Zugriffsrechte, Verschlüsselung, Backups, Bildschirmsperre, Rezeption ohne Einblick für Wartende.

Ohne Wiederherstellungstest und überprüfte Zugriffsrechte bleibt unklar, ob die vorgesehenen Maßnahmen wirksam funktionieren.

TOM-Dokumentation plus Maßnahmenliste mit Priorität, Frist und Verantwortlichem.

Art. 15

Auskunftsrecht der betroffenen Person

Patienten dürfen wissen, welche Daten Sie über sie gespeichert haben — und eine Kopie verlangen.

Ohne festgelegten Ablauf landet die Anfrage beim Team, bleibt liegen und wird zur Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde.

Fester Ablauf mit Vorlagen, Zuständigkeit und Protokoll je Anfrage.

Art. 33

Meldung von Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten

Jede Datenschutzverletzung dokumentieren und ihr Risiko bewerten. Eine Meldung an die Aufsicht erfolgt unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden, sofern die Verletzung voraussichtlich ein Risiko für Betroffene birgt.

Im Ernstfall fehlt der Praxis der Ablauf. Wer erst dann anfängt zu suchen, verliert die entscheidenden Stunden.

Notfallblatt mit Meldeweg, Ansprechpartnern und Vorfalldokumentation.

Art. 37 / Art. 39

Datenschutzbeauftragter und seine Aufgaben

Die Benennungspflicht richtet sich insbesondere nach Art. 37 DSGVO und § 38 BDSG: etwa umfangreiche Verarbeitung von Gesundheitsdaten als Kerntätigkeit, die 20-Personen-Grenze oder eine erforderliche Datenschutz-Folgenabschätzung.

Bei interner wie externer Benennung müssen Fachkunde, ausreichende Ressourcen und Unabhängigkeit gesichert sein.

Externe Bestellung, laufende Betreuung und Meldung bei der Aufsichtsbehörde.

Art. 39 Abs. 1 lit. b

Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter

Das Team muss geschult sein — und die Schulung muss belegbar sein, nicht nur stattgefunden haben.

Inhalte, Zeitpunkt und Teilnahme sollten dokumentiert sein. Wiederholungen richten sich nach Risiken und Veränderungen; die DSGVO nennt kein festes Jahresintervall.

Digitale Schulung mit Online-Prüfung (Multiple Choice), danach Zertifikatsdatei je Person mit QR-Code zur Echtheitsprüfung – alternativ vor Ort oder live online.

Art. 17

Recht auf Löschung

Daten dürfen nicht dauerhaft liegen bleiben. Für Patientenakten gelten daneben eigene medizinrechtliche Aufbewahrungsfristen.

Für Papierakten, elektronische Akten, Sicherungen und Datenträger sind Aufbewahrung, Zugriff und sichere Löschung zu regeln.

Löschkonzept und Aktenvernichtung mit Vernichtungsnachweis pro Abholung.

Verlinkt ist jeweils der Wortlaut der Verordnung (EU) 2016/679. Die Einordnung ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.